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So übertragen Sie Ihre Schadenfreiheitsklasse

Beim Übertragen einer Schadenfreiheitsklasse (SF-Klasse) können Sie bei der Kfz-Versicherung viel Geld sparen, wenn der Inhaber der hohen Klasse lange unfallfrei und ohne Schaden gefahren ist.

Erstellt in Zusammenarbeit mit den Zurich Fachbereichen für Kfz-VersicherungStand: 19. Oktober 2026

Bei der Übertragung der Schadenfreiheitsklasse kommt es darauf an, in welcher Beziehung Sie zueinander stehen:
Für eine reguläre Übertragung sind in der Regel enge Verwandte oder Personen in häuslicher Gemeinschaft zulässig, für komplexe Situationen wie Erbe, Trennung oder Dienstwagen gelten andere Sonderregelungen.

car parked under rooftop

Das System der schadenfreien Jahre gilt für die Kfz-Haftpflicht- und Vollkaskoversicherung. Bei der Teilkasko gibt es keine schadenfreien Klassen.

vehicle blocked by another vehicle

Nur selbst erfahrbare Jahre werden bei der Übertragung angerechnet.

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Was versteht man unter der Übertragung der Schadenfreiheitsklasse?

Von einer SF-Klassen-Übertragung spricht man, wenn eine Person ihre unfallfrei gefahrenen Jahre und den damit verbundenen Beitragsrabatt in der Kfz-Versicherung dauerhaft an eine andere Person abtritt.

Damit die Versicherung die SF-Klasse rechtssicher übernimmt, kommt es auf vier Punkte an:

  • Personenkreis: Der Empfänger gehört zum zulässigen Kreis (zum Beispiel Verwandte 1. Grades, Ehepartner oder Personen in häuslicher Gemeinschaft).
  • Deckelung: Es werden maximal so viele SF-Jahre übertragen, wie der Empfänger seit Erwerb seines eigenen Führerscheins theoretisch selbst hätte „erfahren“ können.
  • Irreversibilität: Die Abgabe der SF-Klasse ist endgültig. Der Abgebende verliert seinen Rabatt unwiderruflich.
  • Zustimmung: Es liegen alle nötigen Unterschriften und Nachweise vor (zum Beispiel Verzichtserklärung oder Führerscheinkopie).

Wichtige Abgrenzungen:

  • Die bloße Nutzung eines Fahrzeugs durch eine andere Person ändert nichts an der SF-Klasse des Versicherungsnehmers.
  • Die Einstufung eines weiteren Autos über die Zweitwagenregelung ist keine Übertragung, sondern ein eigenständiger Rabatt, bei dem keine SF-Jahre des Erstwagens verfallen.
Risk Management

Kurz gesagt: Damit die Versicherung die SF-Klasse überträgt und Sie Kosten sparen, muss der Empfänger lange genug den Führerschein besitzen, zum berechtigten Personenkreis gehören und der Abgebende muss den unwiderruflichen Verzicht auf seine Jahre akzeptieren.

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Wer kann die Schadenfreiheitsklasse an wen übertragen?

Bei der Übertragung kommt es darauf an, wer den Rabatt abgibt und wer ihn empfängt, denn je nach Konstellation gelten andere Voraussetzungen und Nachweispflichten.

Übertragung innerhalb der Familie

Sie greift, wenn SF-Klassen an Verwandte 1. Grades (Eltern an Kinder, Großeltern an Enkel) weitergegeben werden.
Beispiel: Der Großvater gibt das Autofahren auf und überträgt seine SF-Klasse auf die Enkelin. Die Enkelin erhält nur die Jahre angerechnet, die sie seit ihrem Führerscheinerwerb selbst hätte erreichen können.

Übertragung auf Ehe- und Lebenspartner

Sie greift, wenn Rabatte innerhalb einer Ehe oder häuslichen Gemeinschaft weitergegeben werden.
Beispiel: Ein Partner verkauft sein Auto und überträgt den ungenutzten Vertrag auf den Zweitwagen der Partnerin, um dort die Einstufung zu verbessern.

Übertragung bei Firmenwagen und Sonderfällen

Sie greift, wenn Sie den Schadenfreiheitsrabatt Ihres Firmenwagens übernehmen.
Beispiel: Sie sind jahrelang einen Dienstwagen gefahren und wechseln nun zu einem privaten Pkw. Mit einer Bestätigung des Arbeitgebers können Sie den erfahrenen Rabatt oft auf Ihren privaten Vertrag übertragen. 

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Was ist der Unterschied zwischen einer SF-Klassen-Übertragung und der Zweitwagenregelung?
SF-Klassen-Übertragung = Ein bestehender Rabatt wird komplett und unwiderruflich auf eine andere Person umgeschrieben. Der Abgebende verliert diese Jahre für immer. Überschüssige Jahre, die der Empfänger aufgrund der Führerscheindauer nicht annehmen kann, verfallen.
Zweitwagenregelung = Der Fahrzeughalter meldet ein weiteres Auto an und profitiert von einer Sondereinstufung (oft SF 1/2 oder besser), ohne dass der Rabatt des Erstwagens angetastet wird.

Was bei der Übertragung der SF-Klasse übernommen wird und was nicht

Die Zurich Kfz-Versicherung übernimmt bei einem Antrag auf Übertragung die unfallfreien Jahre, wenn es sich um einen zulässigen Empfängerkreis handelt und alle Voraussetzungen erfüllt sind. Erstattet bzw. angerechnet werden in der Regel die regulär erfahrenen Jahre.

Über die Übertragung der SF-Klasse wird übernommen:

  • Die reine Anzahl der schadenfreien Jahre
  • Der dem Vertrag zugrunde liegende Schadenverlauf
  • Die Möglichkeit, den so erworbenen Rabatt bei einem zukünftigen Versichererwechsel mitzunehmen

Nicht über die Übertragung der SF-Klasse übernommen wird:

  • SF-Jahre, die über die eigene Führerscheindauer des Empfängers hinausgehen
  • Sondereinstufungen oder Kulanz-Rabatte des Vorversicherers 
  • Der exakte Beitragssatz in Prozent (dieser wird vom neuen Versicherer anhand der übernommenen SF-Klasse neu berechnet)
Risk Management

Kurz gesagt: Die Übertragung umfasst die echte, erfahrbare Historie, kappt aber alle Jahre, die der Empfänger nicht selbst hätte fahren können.

Fehler und Rabattverlust vorbeugen: So geht’s

Deckelung prüfen und abwägen

Viele Verluste entstehen durch die falsche Annahme, eine SF 35 ließe sich 1:1 auf einen 20-Jährigen übertragen. Deshalb sollten Sie:

  • Die Führerscheindauer des Empfängers genau berechnen
  • Prüfen, wie viele Jahre bei der Übertragung unwiderruflich verfallen
  • Alternative zur Übertragung: Auto günstig als Zweitwagen versichern

Fristen bei Sonderfällen wahren

Besonders bei familiären Ereignissen müssen Sie rechtzeitig handeln. Deshalb gilt:

  • SF-Klasse nach Scheidung aufteilen: Frühzeitig klären, wer den Vertrag behält
  • SF-Klasse übertragen nach Todesfall: Die Übertragung eines Verstorbenen muss meist innerhalb von 6 bis 12 Monaten nach dem Tod beantragt werden
  • Firmenwagen: Direkt bei Ausscheiden aus dem Unternehmen die Bestätigung des Arbeitgebers anfordern

Bei Unklarheiten vorsorgen

So lassen sich Fehleinstufungen vermeiden, wenn Unterlagen fehlen:

  • Führerscheinkopien beider Parteien bereithalten
  • Verzichtserklärung des Abgebenden im Original sichern 

Schadenfreiheitsklasse übertragen: Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Kontaktieren Sie Ihre Kfz-Versicherung: Wenn Sie Ihre Schadenfreiheitsklasse übertragen möchten, sollten Sie zuerst Ihre Kfz-Versicherung kontaktieren. Fragen Sie nach, an wen Sie Ihren Schadenfreibetrag weitergeben können. Der Übertrag an Kinder, Enkelkinder und Ehepartner ist meistens problemlos möglich.
  2. Ermitteln Sie die Fahrerfahrung des Empfängers: Im nächsten Schritt sollten Sie herausfinden, wie viele Jahre der Empfänger bereits im Besitz eines Führerscheins ist. Dies beeinflusst die Schadenfreiheitsklasse, die er übernehmen kann. Als Regel gilt: Sie können immer nur so viele Schadenfreiheitsklassen übertragen, wie die begünstigte Person seit ihrem Führerscheinerwerb selbst hätte erreichen können.
  3. Beantragen Sie die Übertragung bei Ihrer Kfz-Versicherung: Stellen Sie einen Antrag auf Übertragung der Schadenfreiheitsklasse bei Ihrer Kfz-Versicherung. Sie können entweder darum bitten, das Antragsformular per Post zugeschickt zu bekommen oder es direkt online ausfüllen.
  4. Abschluss einer günstigeren Kfz-Versicherung für den Empfänger: Nach Genehmigung des Übertragungsantrags durch Ihre Kfz-Versicherung kann der Empfänger Ihrer Schadenfreiheitsklasse eine Kfz-Versicherung zu dem günstigeren Tarif abschließen.

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Häufige Fragen zur SF-Klassen-Übertragung

Ob eine Übertragung möglich ist, hängt davon ab, in welchem Verhältnis Sie zueinander stehen.

  • Verwandte 1. Grades (Eltern, Kinder)
    sind in der Regel problemlos für eine Übertragung zugelassen.
  • Ehe- und Lebenspartner
    können SF-Klassen übernehmen, sofern sie im selben Haushalt leben.
  • Fremde Dritte (z. B. Freunde oder entfernte Bekannte)
    sind von der Übertragung bei fast allen Versicherern ausgeschlossen.

Der Schutz vor Rabattverlust greift hier nicht: Wenn Sie eine SF 20 auf jemanden übertragen, der erst seit 5 Jahren den Führerschein hat, werden nur 5 Jahre angerechnet.

Abgedeckt sind in der Regel:

  • Die anrechenbaren Jahre (hier: 5 Jahre).
  • Der Rest (hier: 15 Jahre) verfällt unwiderruflich und kann nicht reaktiviert werden.

Wenn Sie den Rabatt einer verstorbenen Person übernehmen möchten, gelten besondere Fristen und Dokumentationspflichten.

Abgedeckt sind in der Regel:

  • Die Übernahme durch Erben oder im Haushalt lebende Angehörige.
  • Benötigt wird zwingend die Sterbeurkunde in Kopie.
  • Die Umschreibung muss meist innerhalb von 6 bis 12 Monaten nach dem Todesfall beantragt werden.

Die Übernahme eines Firmenwagen-Rabattes tritt immer dann ein, wenn Sie das Fahrzeug privat übernehmen oder den Arbeitgeber wechseln und ein eigenes Auto zulassen.

Abgedeckt sind in der Regel:

  • Die Jahre, in denen Sie den Dienstwagen nachweislich alleinig genutzt haben.
  • Erforderlich ist eine schriftliche Bestätigung des Arbeitgebers (und oft der Leasinggesellschaft) über die unfallfreie Nutzungsdauer.
     

Wer den Rabatt behält, hängt bei einer Trennung davon ab, auf wen der Vertrag ursprünglich lief und wie die Einigung der Ehepartner aussieht.

  • Der offizielle Versicherungsnehmer
    behält im Grundsatz den kompletten Schadenfreiheitsrabatt.
  • Eine Aufteilung (Splitting)
    der SF-Klasse eines einzelnen Vertrages ist technisch nicht möglich.
  • Eine komplette Übertragung
    auf den Ex-Partner ist mit entsprechender Verzichtserklärung machbar, muss aber einvernehmlich geschehen.

Je nach Konstellation ist eine Übertragung nicht sinnvoll. Das gilt insbesondere, wenn bestimmte Voraussetzungen nicht erfüllt sind.

  • Nicht automatisch sinnvoll:
    Eine Übertragung auf einen 18-jährigen Fahranfänger. Da dieser kaum Führerscheinjahre besitzt, geht ein großer Teil Ihres über Jahre aufgebauten Rabatts verloren.
  • Je nach Tarif eingeschränkt:
    Sondereinstufungen des Vorversicherers lassen sich nicht zu einem neuen Anbieter mitnehmen.
  • Bei fehlender Zustimmung:
    Ohne die unterschriebene Verzichtserklärung des bisherigen Inhabers kann die Versicherung den Prozess ablehnen.

Der Unterschied liegt in der Einstufung und der Antwort auf die Frage, was genau übertragen wird.

  • SF-Klasse (Schadenfreiheitsklasse)
    Spiegelt die reinen, unfallfrei gefahrenen Jahre wider. Diese wird übertragen.
  • Beitragssatz (in Prozent)
    Ist der finanzielle Rabatt, den die Versicherung für die jeweilige SF-Klasse gewährt. Dieser kann sich beim Versichererwechsel ändern und wird nicht 1:1 übertragen.

Wichtig zu wissen: Sie nehmen immer die Jahre (SF-Klasse) mit, der neue Versicherer berechnet daraus den individuellen Prozentsatz.

Eine Zweitwagenregelung ist oft notwendig, weil die Übertragung auf junge Fahrer die hart erarbeiteten SF-Jahre der Eltern vernichtet.

  • Ohne Zweitwagenregelung droht ein massiver Rabattverlust bei der Übertragung.
  • Die Zweitwageneinstufung bietet sofort günstige Einstiegskonditionen (z.B. SF 1/2).
  • Der Erstvertrag bleibt völlig unberührt und läuft ungestört weiter.

Der Schadenfreiheitsrabatt ist der Beitragsnachlass, den der Kfz-Versicherer für die schadenfreien Jahre gewährt. Im Gegensatz zur SF-Klasse ist der SF-Rabatt nicht auf andere Personen übertragbar.