
Altersvorsorgedepot: Aktueller Stand, Regeln
„Was gilt bereits, was ist geplant & was Sie jetzt tun sollten“
- Zeitplan: das aktuelle Gesetz
- Förderung und Steuern
- Für wen lohnt sich das Depot?
Was ist das Altersvorsorgedepot und ab wann kommt es?
Das Altersvorsorgedepot ist eine geplante Reform für die Altersvorsorge in Deutschland. Es soll den Bürgern ermöglichen, staatlich gefördert und günstig in ETFs oder Aktien zu investieren – ohne hohe Garantiekosten wie bei der Riester-Rente. Zudem wird der förderberechtigte Personenkreis massiv ausgeweitet: Zukünftig sollen auch Selbstständige und Kammerberufe von der staatlichen Förderung profitieren können.
Momentan ist ein Startdatum ab Januar 2027 im Gespräch. Bis dahin sollten Sparer:
- Ihre Finanzen gut planen.
- Sich nicht von voreiligen Angeboten drängen lassen.
- Warten, bis die Reform endgültig beschlossen ist.
(Hinweis: Auch unter der häufigen Suchanfrage „altersvorosrgedepot“ finden Sie hier stets die aktuellsten Fakten.)
Aktueller Status: Welche Regeln sind bereits festgelegt, was ist noch offen?
Verschaffen Sie sich mit unserer Status-Übersicht einen schnellen und verständlichen Überblick. Wir trennen politische Diskussionen von bestätigten Fakten.
Gesetzesentwurf-Basis
- Anlageuniversum: Im Depot stehen renditeorientierte Anlagen wie kostengünstige Fonds und ETFs im Mittelpunkt.
- Verzicht auf 100% Beitragsgarantie: Eine vollständige Garantie der eingezahlten Beiträge entfällt, um höhere Renditen zu ermöglichen.
- Zulagen-System: Es gibt eine staatliche Grundzulage und Kinderzulagen, um Familien und Geringverdiener zu unterstützen.
In finaler Abstimmung
- Höchstbeträge: Die genauen Förder- und Einzahlungsgrenzen pro Jahr sind fast final, könnten sich aber noch leicht ändern.
- Übertrag von Altverträgen: Ein Wechsel von bestehendem Riester-Guthaben ins neue Depot ist vorgesehen, Details zu Technik und Steuern werden noch definiert.
Noch in Verhandlung
Entnahmebedingungen: Das genaue Mindestalter für die förderunschädliche Entnahme (z.B. 62, 65, 67 Jahre) und die Flexibilität bei der Auszahlung in der Rente sind noch nicht entschieden. Aktueller Stand des Entwurfs sieht den Start der Auszahlphase frühestens ab 65 Jahren bzw. mit Rentenbezug aus der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) vor.
Reform der steuerlich geförderten privaten Altersvorsorge
Die Bundesregierung plant eine Reform der steuerlich geförderten Altersvorsorge.
17.12.2025
Bundeskabinett beschließt Gesetzentwurf zur Altersvorsorgereform.
26.02.2025
Erste Lesung im Bundestag.
25.03.2025
Finanzausschuss stimmt Reform mit Änderungen zu.
27.03.2025
Beratung und Abstimmung im Bundestag.
08.05.2025
Abstimmung im Bundesrat.
offen (letzter formaler Akt)
Unterzeichnung durch Bundespräsidenten und Verkündung im Gesetzesblatt.
Die Reform wird voraussichtlich am 01. Januar 2027 in Kraft treten.
Fragen die Kunden sonst noch haben
Nein, bisher gibt es nur einen Gesetzesentwurf, der die Rahmenbedingungen vorgibt. Ein Startdatum im Januar 2027 ist wahrscheinlich, aber das Gesetz muss noch endgültig von Bundestag und Bundesrat beschlossen werden.
- Es wird mehr Freiheit bei der Auswahl geben als bei bisherigen Garantie-Produkten.
- Zertifizierte ETFs und Aktienfonds stehen im Fokus.
- Diese sollen langfristig vom Zinseszins profitieren.
Förderung und Steuern: Wie viel staatliche Zulagen sind geplant?
Ein Kernpunkt des neuen Modells ist die finanzielle Unterstützung. Die neue Förderlogik wird deutlich einfacher und bietet in der Regel mehr Förderung für jeden eingezahlten Euro als bisher. Hier vergleichen wir die geplante Systematik, damit Sie Ihre Rendite-Optionen neutral bewerten können:
| Förder- und Steuer-Kategorie | Geplante Regelung im Altersvorsorgedepot | Was das für Sie bedeutet |
|---|---|---|
| Staatliche Zulagen | Feste Grundzulage + Kinderzulagen pro Jahr. | Attraktiv für Eltern und Sparer, die den vollen Förderbetrag ausschöpfen. |
| Steuerfreiheit in der Ansparphase | Erträge (Dividenden, Kursgewinne) bleiben im Depot während der Ansparphase steuerfrei. | Der Zinseszins-Effekt wird maximiert, da keine Vorabpauschale oder Abgeltungssteuer anfällt. |
| Nachgelagerte Besteuerung | Auszahlungen im Alter werden mit dem dann gültigen (meist niedrigeren) persönlichen Steuersatz versteuert. | Sie verlagern die Steuerlast in eine Lebensphase, in der Sie voraussichtlich weniger Steuern zahlen. |
| Förderhöchstbetrag | Anhebung der maximal förderfähigen Summen im Vergleich zum alten Riester-System. | Höheres gefördertes Anlagevolumen für Gutverdiener möglich. |
Hinweis: Diese Übersicht stellt die Mechanismen des Gesetzesentwurfs dar. Bis zur finalen Verabschiedung können sich Details ändern.
Altersvorsorgedepot vs. Riester vs. ETF-Sparplan
Für einen klaren Handlungsleitfaden müssen Sie wissen, wie sich das neue Depot in die bestehende Finanzwelt einfügt. Als Faustregel gilt: Die neue Förderung ist für viele Kunden vorteilhafter, insbesondere bei höheren Eigenbeiträgen. Für Kunden, die heute mit einem sehr geringen Eigenbeitrag (unter 350 € p.a.) volle Zulagen erhalten (z.B. durch mehrere Kinder), ist die bisherige Zulagenförderung oft zunächst vorteilhafter. Aber bei jedem weiteren Euro mehr lohnt sich die neue Förderung.
| Kriterium | Altersvorsorgedepot (geplant) | Riester-Rente (klassisch) | Privater ETF-Sparplan |
|---|---|---|---|
| Renditechancen | Sehr hoch (Aktienmarkt) | Niedrig (Garantiekosten) | Sehr hoch (Aktienmarkt) |
| Staatliche Förderung | Ja (Zulagen & Steuervorteile) | Ja (Zulagen & Steuervorteile) | Nein |
| Flexibilität / Verfügbarkeit | Gering (Sperrfrist bis zur Rente) | Gering (Zweckgebunden) | Sehr hoch (Jederzeit verfügbar) |
| Besteuerung | Nachgelagerte Besteuerung | Nachgelagerte Besteuerung | Abgeltungssteuer auf Gewinne |
Für wen lohnt sich das Depot? (Beispielrechnungen & Szenarien)
Mit unserer neutralen Szenario-Rechnung geben wir Ihnen konkrete Orientierung. Finden Sie sich in einem dieser drei Beispiele wieder?

Szenario: Vorbereiten
Der Berufseinsteiger
Situation: Noah, 21 Jahre alt, 25.000 EUR Vorjahresbrutto, langer Anlagehorizont, sucht renditestarke Altersvorsorge.
Handlungsleitfaden: Vorbereiten. Die neue Förderung wird ideal sein, um mit Zulagen und Zinseszins Vermögen aufzubauen.
Tipp: Jetzt schon Finanzwissen zu ETFs aufbauen und bei Start sofort einsteigen.

Szenario: Warten & Prüfen
Mutter mit Kindern
Situation: Miriam, 35 Jahre alt, 2 Kinder, 24.000 EUR Vorjahresbrutto, bestehender Riester-Vertrag vorhanden.
Handlungsleitfaden: Warten. Die geplanten Kinderzulagen machen das Depot attraktiv.
Tipp: Nichts überstürzen. Sobald die Regeln zum Übertrag von Altverträgen fix sind, prüfen, ob das alte Riester-Guthaben steuerfrei ins neue Depot umgezogen werden kann oder ob der bestehende Riestervertrag rentabler ist.

Szenario: Alternative prüfen
Kurz vor der Rente
Situation: Dieter, 58 Jahre alt, möchte in 7 Jahren in Rente gehen.
Handlungsleitfaden: Alternative prüfen. Wegen möglicher Sperrfristen und dem kurzen Anlagehorizont (Marktrisiko bei Aktien) ist das Depot hier oft ungeeignet.
Tipp: Die Kapitallebensversicherung von Zurich bietet eine attraktive Anlagemöglichkeit für kurze Zeiträume.
Was die meisten Kunden noch interessiert.
Geplant ist die nachgelagerte Besteuerung. Das bedeutet: Während Sie sparen, wächst das Geld komplett steuerfrei. Erst bei der Auszahlung im Alter zahlen Sie Steuern auf die Beträge - meist zu einem deutlich günstigeren Steuersatz als im Berufsleben.
Wer absolute Flexibilität sucht und vielleicht in 5 Jahren Geld für einen Hauskauf entnehmen will, sollte beim privaten, ungeförderten ETF-Sparplan bleiben. Das geförderte Depot ist strikt für die Altersvorsorge gebunden.[NW6.1] Auch für Selbstständige gilt: Die neue Reform allein reicht nicht aus – die steuerlich geförderte Basisvorsorge bleibt ein zentraler Baustein.
Nachteile, Risiken und typische Fallstricke
Die Verlustaversion ist beim Thema Rente groß – und das völlig zu Recht. Wir decken die Nachteile und Risiken transparent auf, damit Sie keine teuren Fehler machen.
Die Fakten zum Schadenrisiko für Ihre Rendite:
- Das Marktrisiko: Da Garantien wegfallen, sind Sie Schwankungen am Aktienmarkt ausgesetzt. Ein Crash kurz vor Rentenbeginn kann das Guthaben schmälern, wenn vorher kein Umschichten in sichere Anlagen erfolgt.
- Die politische Regeländerung: Solange das Gesetz nicht im Bundesgesetzblatt steht, sind alle Versprechen von Anbietern spekulativ.
- Mangelnde Flexibilität: Wer das Geld vor der Rente (Sperrfrist) entnimmt, muss voraussichtlich alle staatlichen Förderungen und Steuervorteile zurückzahlen (förderschädliche Entnahme).
Woran Sie unseriöse Versprechen erkennen:
Banken oder Vertriebe, die Ihnen heute schon ein "fertiges Altersvorsorgedepot" verkaufen wollen, agieren unlauter. Es gibt noch keine zertifizierten Produkte. Achten Sie auf den Fallstrick, dass Ihnen lediglich teure Fondspolicen als "Depot-Alternative" angeboten werden.
Rechner / Szenarien-Check: Worauf Sie beim Start achten müssen
Sobald die finalen Parameter (Höchstbetrag, Zulagenhöhe) verabschiedet sind, finden Sie hier unseren interaktiven Rechner. Bis dahin nutzen Sie unsere Kriterien-Checkliste, um Anbieter bei Marktstart (voraussichtlich 2027) kritisch zu vergleichen:
- Kriterium 1: Die Kostenstruktur
Achten Sie auf Depotführungsgebühren und Orderprovisionen. Die Förder-Rendite darf nicht von hohen Gebühren aufgefressen werden. - Kriterium 2: Das Anlageuniversum
Bietet der Anbieter wirklich freie Auswahl aus weltweiten, günstigen ETFs, oder zwingt er Sie in teure, hauseigene aktiv gemanagte Fonds? - Kriterium 3: Die Entnahmephase
Klären Sie, wie die Auszahlung im Alter geregelt ist (Auszahlplan vs. Einmalzahlung) und welche Gebühren in der Rentenphase anfallen. - Kriterium 4: Automatisches Rebalancing
Gute Anbieter werden ein System anbieten, das kurz vor der Rente automatisch und schrittweise von riskanten Aktien in schwankungsarme Anleihen umschichtet (Ablaufmanagement).
Experten-Tipp
„Lassen Sie sich in der aktuellen Übergangsphase nicht von voreiligen Produktversprechen drängen. Nutzen Sie die Zeit, um Ihre bestehenden Verträge zu sichten. Erweitern Sie Ihr Wissen über ETFs, aber unterschreiben Sie keine langfristigen Verträge für das Altersvorsorgedepot, bevor die Tinte unter dem Gesetz endgültig trocken ist.“
Andreas Runkler - Bereichsleiter Produktentwicklung Leben, Zurich Versicherung
Ihr Handlungsleitfaden: Was Sie jetzt tun können
Sie müssen den Starttermin 2027 nicht untätig abwarten. Warten ist keine gute Strategie! Die Versorgungslücke existiert bereits heute und Zeit ist der größte Renditetreiber. Jeder Monat früherer Kapitalaufbau bringt messbar mehr fürs Alter. Sichern Sie sich ab und bereiten Sie Ihre Entscheidung strukturiert vor:
- Aktuellen Status prüfen
Sichten Sie Ihre bestehenden Altersvorsorgeverträge (Riester, Lebensversicherungen). Notieren Sie sich die aktuellen Verwaltungskosten und garantierten Rentenfaktoren. - Anlagehorizont klären
Bestimmen Sie, wie viele Jahre Ihnen noch bis zum Renteneintritt bleiben. Bei mehr als 15 Jahren ist das neue Depot attraktiv. - Alternativen besparen
Stoppen Sie nicht Ihre Vermögensbildung! Nutzen Sie heute schon attraktive Vorteile. Flexible Vorsorgelösungen (wie z.B. Fondsgebundene Rentenversicherungen von Zurich) bieten bereits jetzt Flexibilität, attraktive Renditechancen und Steuervorteile – unabhängig von der Altersvorsorgereform. Dieses Geld bleibt flexibel und Sie profitieren sofort vom Zinseszins, bis das geförderte Depot startet.
Häufige Fragen & Antworten zum Altersvorsorgedepot
1. Allgemein
Es handelt sich um ein staatlich gefördertes Aktiendepot für die Altersvorsorge, das auf den Kauf von Fonds und ETFs abzielt, ohne teure Beitragsgarantien vorauszusetzen.
Es ist als moderne, renditestarke Alternative zur klassischen Riester-Rente gedacht. Bestehende Riester-Verträge genießen Bestandsschutz, sollen aber künftig in das neue System übertragen werden können.
2. Abschluss & Laufzeit
Ein Abschluss ist erst möglich, wenn das Gesetz final verabschiedet und die ersten Produkte staatlich zertifiziert sind (voraussichtlich Januar 2027). Vorherige Angebote sind reine Spekulation.
Ja. Das Kapital ist zweckgebunden für die Rente. Wer vorher an das Geld möchte, muss mit empfindlichen finanziellen Einbußen (Rückzahlung der Förderung) rechnen.
Der Gesetzesentwurf sieht vor, dass Sie bestehendes Riester-Guthaben förderunschädlich in das neue Depot übertragen können. Die genauen technischen Details werden derzeit erarbeitet.
3. Förderung & Kosten
Der maximale Eigenbeitrag für die Zulagenförderung liegt bei 1.800 €/Jahr, über den Sonderausgabenabzug können ebenfalls bis zu 1.800 € steuerlich geltend gemacht werden.
Beim geplanten "Standarddepot" ist sogar ein harter Kostendeckel von maximal 1,0 % Effektivkosten vorgesehen. Beim "Altersvorsorgedepot" (AVD) gibt es diesen Deckel zugunsten einer breiteren Fondsauswahl nicht.
4. Auszahlung & Entnahme (Leistungen im Alter)
Im Gegensatz zur klassischen Rente, die oft eine lebenslange monatliche Zahlung erzwingt (Leibrente), soll das Depot flexiblere Auszahlpläne ermöglichen. Auch hier gilt die nachgelagerte Besteuerung.
Da es keine gesetzliche Garantie gibt, tragen Sie das Marktrisiko. Anbieter werden voraussichtlich sogenannte "Gleitpfade" anbieten - das bedeutet, Ihr Geld wird in den letzten Jahren vor der Rente automatisch in sichere Anlagen umgeschichtet, um es vor Crashs zu schützen.
