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Die neue Betriebsrente 2018

Das Wichtigste im Überblick.

  1. Betriebliche Altersvorsorge

Betriebliche Altersvorsorge – attraktive Möglichkeiten für Ihr Unternehmen

Die Bundesregierung hat zur Stärkung der Betriebsrente umfassende Neuerungen beschlossen – das Betriebsrentenstärkungsgesetz 
(kurz BRSG). Mit dem neuen Betriebsrentenstärkungsgesetz wird die betriebliche Altersvorsorge reformiert. Sowohl für Arbeitnehmer als auch für Arbeitgeber sollen die Anreize für eine Betriebsrente erhöht werden. Das bestehende System soll gestärkt werden, um Armut durch Invalidität oder im Alter vorzubeugen. Auch für Beschäftigte mit geringem Einkommen wird ein Anreiz für den Abschluss einer zusätzlichen Altersvorsorge geschaffen. Das neue Gesetz tritt am 1.1.2018 in Kraft.

Die Reform umfasst zwei wesentliche Bausteine:

  • Verbesserungen der betrieblichen Altersversorgung für neue und bestehende Betriebsrenten
  • Tarifvertragsparteien können die bAV künftig in einem Sozialpartnermodell organisieren

Verbesserungen des Betriebsrentenstärkungsgesetzes

Erhöhung des Förderrahmens

  • Beiträge zu einer Direktversicherung sind zukünftig bis zu 8% der Beitragsbemessungsgrenze in der allgemeinen Rentenversicherung West (BBG) steuerfrei.
Förderung für Geringverdiener
  • Neuer Förderbetrag für Arbeitnehmer mit einem Monatsgehalt bis 2.200 Euro brutto.
  • Der Arbeitgeber erhält bis zu 30 Prozent des Beitrages, den er einem Geringverdiener gewährt, über eine Verrechung mit der abzuführenden Lohnsteuer zurück.
  • Ein Arbeitgeberzuschuss von bis zu max. 480 EUR jährlich wird mit bis zu 144 EUR jährlich vom Staat bezuschusst.
Verpflichtender Arbeitgeberzuschuss
  • Künftig sind alle Arbeitgeber verpflichtet, einen Zuschuss von bis zu 15 Prozent auf den Betrag zu zahlen, den die Beschäftigten über eine Betriebsrente ansparen.
Nachzahlung der Beitragslücken
  • Arbeitnehmer können rückwirkend fehlende Beträge (z.B. wegen Elternzeit) steuerbegünstigt nachzahlen.
  • Die Nachzahlung ist für max. 10 Jahre möglich, wenn der Arbeitnehmer in den betreffenden Kalenderjahren gar kein Entgelt bezogen hat.
Freibetrag bei der Grundsicherung
  • Neuer Freibetrag für die Grundsicherung zur Absicherung von zusätzlichen Renten aus bAV-, Riester- und Basisversorgungen im Alter und bei Erwerbsminderung. Somit lohnt sich die zusätzliche Vorsorge künftig auch für Geringverdiener.

Betriebsrentenstärkungsgesetz im Detail

Erhöhung des steuerlichen Förderrahmens

Der Förderrahmen nach § 3 Nr. 63 EStG steigt von bisher 4 % auf 8 % der allgemeinen Beitragsbemessungsgrenze (BBG) West. Die ersten 4 % der BBG bleiben weiterhin steuer- und sozialabgabenfrei. Die weiteren 4 % der BBG sind lediglich steuer-, jedoch nicht sozialabgabenfrei.

Für Arbeitnehmer mit einer alten Direktversicherung nach § 40b EStG a.F. wird der Aufbau einer zusätzlichen bAV stark vereinfacht. Bisher war bei Nutzung von § 40b EStG die Förderung nach § 3 Nr. 63 EStG auf 4 % BBG beschränkt, weil der Zusatzbetrag von 1.800 EUR nicht gleichzeitig mit der Pauschalversteuerung in Anspruch genommen werden konnte. Diese Einschränkung entfällt.

Wer eine pauschalversteuerte Direktversicherung hat, kann künftig bis zu 8 % der BBG abzüglich der tatsächlich gezahlten § 40b EStG-Beiträge steuerfrei in eine nach § 3 Nr. 63 EStG geförderte Direktversicherung einzahlen.  

Weitergabe der eingesparten Sozialversicherungs-Beiträge

Arbeitgeber werden zu einem Zuschuss verpflichtet, wenn Arbeitnehmer die Betriebsrente über eine Entgeltumwandlung ansparen. Der Zuschuss beträgt bis zu 15 % des Beitrages, sofern der Arbeitgeber durch die Entgeltumwandlung Sozialversicherungsbeiträge spart. Dies gilt erstmals für Entgeltumwandlungen ab 01.01.2019, für bestehende Entgeltumwandlungen (die vor dem 01.01.2019 abgeschlossen wurden) ab Beginn 2022.

Vereinfachung des Verfielfältigers bei Ausscheiden aus dem Arbeitsverhältnis

Bei der Vervielfältigungsregelung bringt das BRSG eine Vereinfachung. Zukünftig kann bei Ausscheiden ein Betrag von 4 % der BBG multipliziert mit der Zahl der Beschäftigungsjahre (maximal zehn Jahre) steuerfrei für die bAV verwendet werden. Eine Anrechnung bereits gezahlter Beiträge wie bisher entfällt. Die Vervielfältigungsregelung wird für Arbeitnehmer durch den höheren Einzahlungsrahmen deutlich attraktiver. Die neue vereinfachte Regelung könnte dann insbesondere bei Abfindungszahlungen eine größere Rolle spielen.  

Möglichkeit der Nachzahlung

In Zeiten, in denen das Arbeitsverhältnis ruht, können oftmals aus finanziellen Gründen keine Beiträge zur Altersvorsorge gezahlt werden. Mit einer neuen Nachzahlungsmöglichkeit können Arbeitnehmer nun auch rückwirkend fehlende Beiträge steuerbegünstigt im Rahmen des § 3 Nr. 63 EStG nachzahlen (max. 10 Jahre x 8 % der Beitragsbemessungsgrenze) –  und so mit einer möglichst lückenlosen Beitragszahlung eine zusätzliche Altersvorsorge aufbauen. Die Neuregelung gilt allerdings nur für Kalenderjahre, in denen die Arbeitnehmer gar kein Entgelt bezogen haben.

Zusätzlicher Förderbeitrag für Geringverdiener

Gerade Arbeitnehmer mit einem Monatsgehalt von maximal EUR 2.200 sollten wegen ihrer recht geringen gesetzlichen Rentenansprüche zusätzlich vorsorgen. Um hierfür einen neuen Anreiz zu geben, fördert der Gesetzgeber einen zusätzlichen Arbeitgeber-Beitrag. Arbeitgeber erhalten eine Steuervergünstigung, wenn sie Beschäftigten mit weniger als 2.200 EUR Bruttoeinkommen im Monat eine Betriebsrente gewähren. 30 % des gezahlten Beitrages (240 bis 480 EUR jährlich) können mit der abzuführenden Lohnsteuer verrechnet werden. D. h. ein Arbeitgeberzuschuss von bis zu 480 EUR jährlich wird mit bis zu 144 EUR vom Staat bezuschusst.

Neuer Freibetrag bei der Grundsicherung

Eine entscheidende Verbesserung besteht darin, dass Renten aus geförderter Altersvorsorge (bAV, Riester- und Basisrente) nicht mehr vollständig auf die staatliche Grundsicherung angerechnet werden. Erstmals wird ein Freibetrag eingeführt, der bis zu rund 200 EUR pro Monat beträgt. Damit soll erreicht werden, dass Beschäftigte, die über Jahrzehnte hinweg betrieblich und privat vorgesorgt haben, die Zusatzrente behalten dürfen, auch wenn sie auf Grundsicherung angewiesen sind.

Abschaffung der Doppelverbeitragung bei der Riester-Förderung in der bAV

Schon jetzt ist es möglich, die Riester-Rente über den Arbeitgeber zu organisieren. Künftig fallen auf diese Zusatzrenten jedoch keine Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge mehr an. Dies gilt auch für bereits bestehende Verträge. Damit sind sie gleichgestellt mit privat-finanzierten Riester-Verträgen.

Häufig gestellte Fragen & Antworten im Überblick

Worum geht es beim Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG)?

Mit dem Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) verfolgt die Bundesregierung das Ziel, die Verbreitung der betrieblichen Altersversorgung weiter voranzutreiben. Besonders für kleine und mittelständische Betriebe werden Anreize geschaffen, Mitarbeitenden verstärkt eine betriebliche Altersversorgung anzubieten. Ziel ist, das Risiko von Altersarmut zu reduzieren und vor allem Geringverdienern eine attraktivere, betriebliche Versorgungslösung zu ermöglichen.

Wann tritt das Gesetz in Kraft?

Das Gesetz tritt am 1. Januar 2018 in Kraft.

Welche Unternehmen betrifft die Gesetzesänderung?

Die verbesserten Rahmenbedingungen betreffen alle Unternehmen. Da jede Firma ihr eigenes und individuelles oder bisher kein Versorgungssystem hat, wirken sich die Neuerungen unterschiedlich aus. Einige Regelungen bieten neue Möglichkeiten. Die neu geschaffene Sozialpartnerrente mit reiner Beitragszusage (rBZ) betrifft vor allem die Arbeitgeber, die der Tarifbindung unterliegen. Nicht-tarifgebundene Arbeitgeber werden eine Sozialpartnerrente nur dann nutzen können, wenn der einschlägige Tarifvertrag dies ermöglicht.

Wird es die bisher bekannten Formen der bAV weiterhin geben?

Alle bisherigen Arten von Betriebsrenten wird es auch weiterhin geben. Wir empfehlen, bereits jetzt aktiv zu werden und rechtzeitig die Weichen für die Umsetzung der neuen gesetzlichen Anforderungen zu stellen. Bestmögliche Rechtssicherheit und Transparenz kann dabei die Einrichtung bzw. Anpassung einer Versorgungsordnung schaffen. Die Zurich Gruppe Deutschland arbeitet intensiv daran, die klassische bAV auch aufgrund der neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen weiter zu verbessern, um den Bedürfnissen der Kunden bestmöglich zu entsprechen.

Was bedeuten die Neuregelungen für bestehende Versorgungswerke?

Da jede Firma ihr eigenes und individuelles Versorgungssystem hat, wirken sich die Neuerungen unterschiedlich aus. Daher sollten Arbeitgeber bereits jetzt die bestehenden Versorgungen überprüfen lassen.

Was bedeuten die Neuerungen für Sie als Unternehmer?

Erhöhung Förderrahmen

Der Förderrahmen nach §3 Nr. 63 EStG steigt von bisher 4 % auf 8 % der allgemeinen Beitragsbemessungsgrenze (BBG) West. Die ersten 4 % der BBG bleiben weiterhin steuer- und sozialabgabenfrei. Die weiteren 4 % der BBG sind lediglich steuer- und sozialabgabenfrei. Für Arbeitnehmer mit einer alten Direktversicherung nach § 40b EStG a.F. wird der Aufbau einer zusätzlichen bAV stark vereinfacht. Bisher war bei Nutzung von § 40b EStG die Förderung nach § 3 Nr. 63 EStG auf 4 % BBG beschränkt, weil der Zusatzbetrag von 1.800 EUR nicht gleichzeitig mit der Pauschalversteuerung in Anspruchgenommen werden konnte. Diese Einschränkug entfällt. Wer eine pauschalversteuerte Direktversicherung hat, kann künftig bis zu 8 % der BBG abzüglich der tatsächlich gezahlten § 40b-Beiträge steuerfrei in eine nach § 3 Nr. 63 EStG geförderte Direktversicherung einzahlen.

Verpflichtende Arbeitgeberzuschüsse

Arbeitgeber werden zu einem Zuschuss verpflichtet, wenn Arbeitnehmer die Betriebsrente über eine Entgeltumwandlung ansparen. Der Zuschuss beträgt 15 % des Beitrages, sofern der Arbeitgeber durch die Entgeltumwandlung Sozialversicherungsbeiträge spart. Dies gilt erstmals für Entgeltumwandlungen ab 01.01.2019, für bestehende Entgeltumwandlungen (die vor dem 01.01.2019 abgeschlossen wurden) ab Beginn 2022.

Geringverdiener-Förderung

Gerade Arbeitnehmer mit einem Monatsgehalt von maximal EUR 2.200 sollten wegen ihrer recht geringen gesetzlichen Rentenansprüche zusätzlich vorsorgen. Um hierfür einen neuen Anreiz zu geben, fördert der Gesetzgeber einen zusätzlichen Arbeitgeber-Beitrag. Arbeitgeber erhalten eine Steuervergünstigung, wenn sie Beschäftigten mit weniger als 2.200 EUR Bruttoeinkommen im Monat eine Betriebsrente gewähren. 30 % des gezahlten Beitrages (240 bis 480 EUR jährlich) können mit der abzuführenden Lohnsteuer verrechnet werden. D. h. ein Arbeitgeberzuschuss von bis zu 480 EUR jährlich wird mit bis zu 144 EUR vom Staat bezuschusst.

Die bekannte betriebliche Altersvorsorge bietet weiterhin attraktive Möglichkeiten:

Mit den maßgeschneiderten Altersvorsorgelösungen und Services von Zurich können Ihr Unternehmen und Ihre Mitarbeiter profitieren.

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