Tiny House – alle Vorteile & Herausforderungen zum neuen Wohnformat Tiny House (Voraussetzungen, Kosten und mehr)

Tiny Houses, Mini-Häuser mit nur wenigen Quadratmetern Wohnfläche, liegen im Trend. Die Idee zu den Kleinsthäusern kommt aus den USA und ist zugleich Ausdruck eines neuen Lebensgefühls und ideal für alle, die sich auf das Wesentliche beschränken möchten. Auch das deutsche Baurecht sieht für das Eigenheim im Miniformat besondere Regeln vor, die es dem Eigentümer leichter machen, als ein festes Haus zu bauen. Wie ist das Leben im Minihaus? Wir informieren Sie über Vorteile und Nachteile, geben Tipps und zeigen rechtliche Voraussetzungen für Tiny Houses in Deutschland auf.

Tiny Houses – winzige Häuser zu niedrigen Kosten

 My home is my castle! Und dabei kommt es gar nicht auf die Größe an. Denn Tiny Houses (tiny = winzig, engl.) sind stark im Kommen. In Zeiten von knappem Wohnraum und immer weniger und teurerem Baugrund bietet das Leben auf kleinerer Wohnfläche für viele Menschen eine gute Alternative. Man hat ein Dach über dem Kopf – und zwar sein eigenes. Und diese vier Wände eines kleinen Häuschens kosten weniger als ein Haus normaler Größe. Das betrifft

  1. den Baugrund: Sie brauchen für ein Tiny House schlichtweg weniger davon.
  2. die Baukosten: Weniger Mauern, ein kleineres Dach usw., das alles kostet auch weniger.
  3. die Finanzierung: Weniger Grundstücks- und Baukosten verringern in der Regel auch das nötige Fremdkapital und damit die Finanzierungskosten.
  4. die laufenden Kosten: Weniger Quadratmeter erfordern weniger Heizungs- und Versicherungskosten sowie Strom.

Tiny Houses – umweltfreundlich & stylish

Tiny Houses sind klein, kompakt, bringen es meist auf nicht viel mehr als 50 Quadratmeter und kommen in schickem Design daher. Raffinierte Zimmeraufteilung, dreh- und klappbare Multifunktionsmöbel und clever angeordneter Stauraum machen Tiny Houses sehr komfortabel. Zudem sind sie umweltfreundlicher. Denn sie verbrauchen durch ihre geringe Fläche weniger Ressourcen beim Bau, sind nach neuestem Stand der Technik errichtet und damit energieeffizient. Weniger Haus heißt auch weniger CO2-Emission. Zudem bieten sie sich für die Nutzung regenerativer Energiequellen an, indem etwa die Sonne mit einer Photovoltaik-Anlage angezapft wird.

So bleiben Sie mit Ihrem Kleinsthaus auch mobil und sind nicht auf das örtliche Stromnetz angewiesen. Das reduziert nicht nur die Kosten und schont die Umwelt, sondern unterstützt auch das Lebensgefühl der Minihäuser, mit denen viele ein großes Stück Unabhängigkeit verbinden. Zudem benötigen Sie für die geringe Wohnfläche auch vergleichsweise wenig Strom, sodass in der Regel eine kleinere Photovoltaik-Anlage ausreicht. Ihren Stromlieferanten sollten Sie jedoch in jedem Fall mit einer Solarversicherung absichern.

Rechtliche Voraussetzungen für Ihr Tiny House

Wenn Sie sich nun für die Anschaffung eines Tiny Houses interessieren, sollten Sie vorab einige rechtliche und organisatorische Voraussetzungen klären:

Tiny House – Baugenehmigung

Wie für normale Häuser ist auch für Tiny Houses in den meisten Fällen eine Baugenehmigung erforderlich (siehe auch Tiny Houses auf Rädern). Dafür muss bei der zuständigen Gemeinde oder Stadt ein Bauantrag inklusive Lageplan, Baubeschreibung, Bauzeichnungen u. a. eingereicht werden. Wir empfehlen Ihnen in jedem Fall, sich mit Ihrer zuständigen Gemeinde- oder Stadtverwaltung, dem Architekten bzw. Bauplaner in Verbindung zu setzen, um zu klären, welche Genehmigungen notwendig sind.

Bebauungsplan anpassen

Eine Baugenehmigung bekommen Sie in der Regel schneller und einfacher, wenn Ihr Tiny House innerhalb der Gemeindegrenze liegt. Befindet es sich außerhalb, vielleicht an einem besonders verwunschenen Ort, muss unter Umständen der Flächenbebauungsplan geändert und ein Bebauungsplan erstellt werden. Das aber könnte kompliziert und vor allem langwierig werden, denn bei einer solchen Entscheidung haben auch andere ein Wort mitzureden, wie etwa das Wasserwirtschaftsamt oder Naturschutzverbände.

Erschließungskosten

Ist das Grundstück, auf dem Sie Ihr neues Zuhause errichten wollen, noch nicht erschlossen, fallen auch für Tiny Houses Erschließungskosten an. Diese können u. a. das Wegenetz sowie Strom, Gas, Wasser und Kanalisation beinhalten. Gerade bei Tiny Houses bietet sich die Möglichkeit an, Energie aus der Sonne zu gewinnen und eine Photovoltaik-Anlage zu installieren.

Tiny Houses auf Rädern

Hat Ihr Tiny House Räder und kann von einem Auto oder Traktor gezogen werden, gilt es rechtlich als Wohnwagen. Dann kommen Sie um die Baugenehmigung herum, müssen Ihr Tiny House allerdings für die Straße zulassen, es als Wohnwagen anmelden, versichern, versteuern und vom TÜV kontrollieren lassen.

Die richtige Versicherung für Ihr Tiny House

 

Natürlich sollten Sie Ihr Tiny House auch versichern. Je nachdem, ob Ihr Tiny House (mobil) auf Rädern steht oder fest mit dem Untergrund verbunden ist, muss auch die Versicherung gewählt werden. Stationäre Tiny Houses benötigen meist eine Wohngebäudeversicherung. Mobile Tiny Houses werden seitens der Versicherung oft als Wohnwagen eingestuft. Für sie kann dann eine spezielle Camping-Versicherung sinnvoll sein.

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