Sicher durch den Winter

So machen Sie Ihr Haus winterfest

Damit ein Haus durch Kälte, Schnee und Wind nicht beschädigt wird, ist eine gründliche Inspektion notwendig.
Die Suche nach Schwachstellen an der Hülle und das Vorbereiten der Haustechnik auf den Winter stehen dabei im Mittelpunkt.

Unsere Checklisten helfen Ihnen dabei.

Machen Sie einen Dach-Check

  • Kleine Risse in der Dacheindeckung platzen bei Frost manchmal auf und beeinträchtigen den Witterungsschutz eines Gebäudes erheblich.
  • Durch lockere und beschädigte Ziegel kann Feuchtigkeit in die Dachkonstruktion und Dämmschicht eindringen. Das gleiche gilt für undichte Stellen, z. B. an Dachfenstern, bei Antennen oder am Kamin. Die Folgen sind Schimmel in Dämmung und Wänden, ein schlechtes Raumklima sowie steigende Energiekosten durch den Wärmeverlust.
  • Mit einer regelmäßigen Dachwartung erfüllen Hausbesitzer ihre Verkehrssicherungspflicht. Löst sich z. B. als Folge mangelnder Sorgfalt ein Ziegel vom Dach und verletzt eine Person oder beschädigt ein Auto, kann der Hausbesitzer haftbar gemacht werden.

Dachrinnen und Abflussrohre prüfen

  • Befreien Sie Dachrinnen und Abflussrohre von Laub und Moos. Sonst staut sich das Wasser, sucht sich einen anderen Weg und dringt irgendwo in die Gebäudehülle ein.
  • Prüfen Sie gesäuberte Rinnen und Rohre auf mögliche Defekte. Undichte Verbindungsmuffen und beschädigte Abweisgitter sind auszutauschen.

Heizung kontrollieren

  • Der Kessel sollte gereinigt, die Einstellung der Pumpe überprüft werden.
  • Möglicherweise sind Energiekosten einzusparen. Vielleicht reicht ein Grad weniger oder der Heizbeginn kann um eine halbe Stunde verzögert werden.

Frostschäden vorbeugen

Dauerfrost mit Temperaturen tief im Minusbereich können Wasserrohre zum Einfrieren und Platzen bringen.
Die Ursachen: Das Volumen von Wasser vergrößert sich beim Gefrieren um etwa zehn Prozent. In den Wasserrohren entsteht ein Druck, dem die Rohre nicht standhalten und platzen. Wenn das Wasser wieder auftaut und aus den defekten Rohren ins Haus eindringt, können immense Schäden entstehen.

Die Gefahren durch Frostschäden betreffen auch Heizkörper, Heizkessel und Boiler.
  • Tipps zur Vorbeugung
    • Die Heizung nie ganz ausschalten, sondern immer auf kleiner Stufe offen halten.
      Wichtig zu wissen:
      Die Frostschutzstellung eines Heizkörperthermostats verhindert das Einfrieren des Heizkörpers. Eine ausreichende Beheizung, insbesondere für die in Wänden oder Fußböden verlaufenden wasserführenden Leitungen, ist nicht in jedem Fall sichergestellt.
    • Fenster und Türen im Kellerbereich schließen.
    • Die Heizungspumpen müssen ständig laufen, damit das Heizungswasser zirkulieren kann.
    • Vor Antritt eines Urlaubs:
      Heizungsanlage auf einwandfreie Funktion überprüfen. Für genügend Brennstoffvorrat sorgen. Nachbarn oder eine Vertrauensperson beauftragen, die Beheizung des Gebäudes insbesondere die Funktionsfähigkeit der Heizungsanlage alle zwei bis drei Tage zu kontrollieren.
    • Wasserführende Leitungen in nicht beheizten Gebäuden oder Gebäudeteilen (auch Dachböden, Speicher etc.) und im Außenbereich abstellen. Rohre und Heizkörper entleeren (Entleerungsventil geöffnet lassen).
    • Rechtzeitig vor dem ersten Frost Außenwasserhähne und Rohre entleeren. Die Zuleitungen schließen und das Wasser an der tiefst gelegenen Stelle ablassen.
    • Alle sonstigen freiliegenden Wasserleitungen durch Wärmedämmung oder Beheizung frostsicher schützen.
  • Eingefrorene Wasserleitung – was tun?
    • Wasserzufuhr abstellen während dem Auftauen.
    • Wasserhahn öffnen, in Richtung der gefrorenen Stelle behutsam auftauen, z. B. mit heißem Wasser, heißen Tüchern, Haartrocknern oder Heizlüftern. Ggf. einen Fachmann (Installateur) beauftragen.
    • Keinesfalls Infrarotstrahler, Heißluftpistolen oder offenes Feuer (z. B. Kerzen, Lötlampen oder Schweißbrenner) verwenden. Dies kann das Rohr zum Platzen bringen.
    • Bei Wiederinbetriebnahme Haupthahn langsam und vorsichtig öffnen.
    • Bei Frostschäden an Grundstücksanschluss-Leitungen und Wasserzählern das zuständige Wasserwerk verständigen.

Streu- und Räumpflichten

In der kalten Jahreszeit haben Hausbesitzer, Vermieter und Mieter zusätzliche Pflichten. Die Verkehrssicherungspflicht zwingt bei Schnee und Eis zum Räumen und Streuen. 
  • Pflichten von Hausbesitzern
    • Hausbesitzer sind dafür verantwortlich, dass Gehwege von Schnee und Eis befreit sind. Sie haben eine Räum- und Streupflicht. Ist ein Hausbesitzer Vermieter, kann er die Winterpflichten durch ausdrückliche Regelung im Mietvertrag oder in der Hausordnung an die Mieter weitergeben.
    • Der Vermieter muss dafür sorgen, dass seine Mieter die Räum- und Streupflicht ordnungsgemäß durchführen. Er hat eine Überwachungspflicht.

  • Pflichten von Mietern
    Wenn Mieter ihrer Verpflichtung für den Winterdienst nicht nachkommen, sind sie abzumahnen. Es kann darauf hingewiesen werden, dass eine spezielle Firma (z. B. ein Hausmeisterdienst) beauftragt wird. Die Kosten muss der Mieter übernehmen. Zu beachten ist das Gebot der Wirtschaftlichkeit: Es dürfen nur die Kosten für den notwendigen Winterdienst dem Mieter berechnet werden.

  • Dachlawinen 
    • Für Schäden, die durch Dachlawinen entstehen, können Hausbesitzer haftbar gemacht werden. Sie haben innerhalb der allgemeinen Verkehrssicherungspflicht dafür zu sorgen, dass die Straße und der Gehweg gefahrlos zu nutzen sind.
    • Nach heftigen Schneefällen oder bei plötzlichem Tauwetter muss das Dach überprüft werden. Lassen sich Schneewächten oder Eiszapfen nicht entfernen, sind gut sichtbare Warnschilder anzubringen.
  • Was gehört zur Räum- und Streupflicht?
    • Sämtliche Wege, Parkflächen und begehbare Plätze müssen von Schnee und Eis frei gehalten und gestreut werden. Der Verkehr auf dem Grundstück muss gefahrlos möglich sein.
    • Hauseigentümer müssen, auch wenn sie die Streupflicht auf andere übertragen haben, in bestimmten Fällen selbst eingreifen. Z. B. wenn die Mieter bei plötzlichem Frost oder Eisregen ihre Aufgaben nicht rasch genug ausführen können.

  • Zeiten für die Streu- und Räumpflichten
    Die Streu- und Räumpflichten bestehen in der Regel in der Zeit zwischen 7:00 Uhr und 20:00 Uhr. An Sonn- und Feiertagen liegt der Zeitraum häufig etwas später (ca. ein bis zwei Stunden). Auskunft darüber geben Gemeinde- und Stadtverwaltungen.

  • Kosten für die Schneebeseitigung und das Streuen
    Wer für die Kosten der Arbeitsgeräte zur Schneebeseitigung und das Streumaterial aufkommen muss, sollte im Mietvertrag geregelt werden.

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