Rettungsgassen retten Leben

Bei einem Unfall auf mehrspurigen Fahrbahnen ist sofort eine Rettungsgasse freizuhalten. Sie ist lebensrettend, wenn Einsatzfahrzeuge und Notarzt schnell zum Unfallort vordringen müssen. Rechnen Sie damit, dass dem ersten Einsatzfahrzeug noch weitere folgen. Die Rettungsgasse darf deshalb nicht zu schnell wieder geschlossen werden. 

Jeder Autofahrer ist verpflichtet, bereits bei stockendem Verkehr auf Autobahnen oder Außerortsstraßen eine Rettungsgasse zu bilden. Wer sich nicht daran hält, kann mit einem Bußgeld von 55 Euro bis zu 115 Euro belegt werden. Vom Bundesverkehrsministerium ist eine Erhöhung auf 200 Euro und zwei Punkte in Flensburg im Gespräch. 

Wer einem Einsatzfahrzeug mit blauem Blinklicht und Martinshorn nicht sofort freie Bahn schafft, muss mit einem Bußgeld von 240 EUR, 2 Punkten in Flensburg und einem Monat Fahrverbot rechnen. Mit einer Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer liegt das Bußgeld bei 280 EUR, einer Sachbeschädigung bei 320 EUR. Hinzu kommen jeweils 2 Punkte im Flensburger Strafregister und ein Monat Fahrverbot

So funktioniert die Rettungsgasse

  • Die Rettungsgasse ist immer zwischen der linken Fahrbahn und den übrigen Fahrbahnen zu bilden. Wer auf der linken Fahrbahn fährt, weicht nach links aus. Wer auf den übrigen Fahrbahnen unterwegs ist, fährt nach rechts. 
  • Benutzen Sie Ihre Blinker. 
  • Reduzieren Sie die Geschwindigkeit. Fahren Sie langsam noch ein paar Meter weiter, damit das Fahrzeug hinter Ihnen ebenfalls Platz machen kann. Halten Sie Abstand zum Vordermann.
  • Halten Sie das Fahrzeug parallel zur Fahrtrichtung, das Fahrzeugheck darf nicht in die Rettungsgasse ragen. 
  • Den Standstreifen dürfen Sie zur Hälfte benutzen. 
  • Halten Sie die Rettungsgasse so lange offen, bis der Verkehr wieder normal rollt. 
  • Innerorts gilt: Oft steht nur eine Fahrspur zur Verfügung. Alle Fahrzeuge müssen dann möglichst weit rechts an den Straßenrand fahren.