Berufs- und Erwerbsunfähigkeit

Definition und Ursachen

Wenn Sie gesundheitsbedingt nicht mehr für Ihren Lebensunterhalt aufkommen können, ist es gut, wenn Sie eine private Vorsorge getroffen haben – denn die gesetzliche Erwerbsminderungsrente ist nicht ausreichend.

Ursachen für Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit

Die Zahl der Betroffenen ist größer, als Sie denken: Jeder dritte Mann und jede fünfte Frau scheiden wegen Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit vorzeitig aus dem Erwerbsleben aus – und das unter Umständen viele Jahre vor Erreichen des Rentenalters. Dabei sind Unfälle nur selten die Ursache:

  • In der weit überwiegenden Zahl sind Krankheiten der Auslöser*
  • Das durchschnittliche Zugangsalter bei gesetzlichen Renten wegen Erwerbsminderung liegt bei ca. 50 Jahren.*

Die häufigsten Ursachen für Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit

  • 42,7 % psychische Erkrankungen
  • 13,6 % Erkrankungen des Skeletts, der Muskeln oder des Bindegewebes
  • 12,3 % Krebs oder Krebsneubildungen
  • 9,5 % Kreislauferkrankungen
  • 9,4 % sonstige Erkrankungen
  • 5,8 % Erkrankungen des Nervensystems
  • 3,6 % Störungen des Verdauungssystems und Stoffwechselkrankheiten

Was ist Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit?

Eine vollständige Berufsunfähigkeit liegt vor, wenn die versicherte Person infolge Krankheit, Körperverletzung oder Kräfteverfalls, die ärztlich nachzuweisen sind, voraussichtlich mindestens sechs Monate ununterbrochen außerstande ist, ihren zuletzt ausgeübten Beruf – so wie dieser ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ausgestaltet war – auszuüben. Übt die versicherte Person eine andere, ihrer Ausbildung, Erfahrung und bisherigen Lebenseinstellung entsprechende berufliche Tätigkeit aus, liegt keine Berufsunfähigkeit vor.

Eine Erwerbsunfähigkeit liegt vor, wenn die versicherte Person infolge Krankheit, Körperverletzung oder Kräfteverfalls, die ärztlich nachzuweisen sind, voraussichtlich sechs Monate ununterbrochen außerstande sein wird, mindestens drei Stunden täglich eine Erwerbstätigkeit (selbstständige Tätigkeiten sowie die üblichen Tätigkeiten des allgemeinen Arbeitsmarktes) auszuüben.

Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente

Die staatliche Versorgung beschränkt sich auf die sogenannte Erwerbsminderungsrente (EM-Rente). Sollten Sie erwerbsunfähig werden, erhalten Sie je nach Grad Ihrer verbleibenden Arbeitsfähigkeit eine Rentenzahlung. Sollten Sie berufsunfähig werden, ist die Zahlung Ihrer gesetzlichen Rente davon abhängig, ob Sie vor oder nach 1961 geboren wurden.

Die staatliche Versorgung reicht nicht aus

Die neue gesetzliche Regelung unterscheidet zwei Gruppen von Arbeitnehmern:

Vor 1961 geborene Arbeitnehmer

  • Bei Erwerbsunfähigkeit haben Sie Anspruch auf die Erwerbsminderungsrente.
  • Bei Berufsunfähigkeit haben Sie Anspruch auf die halbe Erwerbsminderungsrente (ca. 25 % des Nettoeinkommens).

Arbeitnehmer ab Jahrgang 1961

  • Bei Erwerbsunfähigkeit haben Sie Anspruch auf die Erwerbsminderungsrente.
  • Bei Berufsunfähigkeit besteht kein Rentenanspruch.

Fristen und Höhe der Erwerbsminderungsrente

Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente erhalten Sie maximal bis zum Beginn der Altersrente. Allerdings müssen Sie dafür bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Die Rentenhöhe ist von mehreren Faktoren abhängig, unter anderem von der Arbeitsfähigkeit, den Versicherungsjahren und dem Einkommen. Je nachdem, wie viele Stunden Sie täglich arbeiten können, erhalten Sie die volle EM-Rente oder eine teilweise EM-Rentenzahlung:

Arbeitsfähigkeit täglich
Erwerbsminderungsrente 
(EM-Rente)
unter 3 Stunden volle Erwerbsminderungsrente
3 bis 6 Stunden halbe Erwerbsminderungsrente (steht kein Teilzeitarbeitsplatz zur Verfügung, wird die volle Rente gezahlt)
6 Stunden und mehr keine Erwerbsminderungsrente

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