Radrennfahrer

Immer mehr Sportler packt das Triathlonfieber.

Triathlonräder – welches ist das richtige

Triathlonrad – welches ist das richtige?

Schwimmen, Radfahren, Laufen – immer mehr Sportler packt das Triathlonfieber. Die Ausrüstung dafür ist denkbar einfach – nur beim Triathlonrad sollten Sie genau wissen, wofür Sie sich beim Kauf entscheiden. Wir geben einige Entscheidungshilfen.

Brauche ich wirklich ein Triathlonrad?

Schwimmen, Radfahren, Laufen in genau dieser Reihenfolge, ohne Pause, mit dem Ziel, die drei unterschiedlich langen Distanzen in der schnellsten Gesamtzeit zu bewältigen – das ist Triathlon. Beim Schwimmen und Laufen hilft eigentlich nur Training, um seine Zeiten zu verbessern. Beim Radfahren spielt auch die Technik eine bedeutende Rolle. Da rund 60 Prozent der Strecke auf dem Rad zurückgelegt werden, ist mit einer professionellen Radauswahl, dem sogenannten Bikefitting, gut Zeit und Kraft zu sparen. Ein spezielles Triathlonrad macht also durchaus Sinn. Doch welches Triathlonrad ist das richtige?

Triathlonrad oder Rennrad?

Diese Frage ist auch eine nach Ihrer gewählten Strecke: Wie oft fahren Sie und wo? Vor allem in der Ebene wie in Norddeutschland oder beim berühmten Ironman auf Hawaii? Oder öfter auch durch hügeliges Gelände? Ein klassisches Rennrad ist beweglicher und leichter als ein Triathlonrad, auch Tri-bike genannt. Das zahlt sich im Gebirge aus. Da es beim Triathlon nicht erlaubt ist, im Windschatten des Vordermanns zu fahren, spielt die Aerodynamik eine noch größere Rolle. Denn selbst bei absoluter Windstille verlieren Sie rund 80 Prozent Ihrer Antriebskraft durch den Luftwiderstand. Die Aufprallflächen für die Luft zu verkleinern und so den Windwiderstand zu minimieren, kann also viel Muskelkraft sparen. Das gilt besonders für die Langstrecke beim Triathlon, die mit 180 Kilometern Radfahren aufwartet.

Vorteil des Triathlonrads: der Lenker

Wenn Sie (noch) nicht oft bei Wettkämpfen starten und ihr bisheriges Rennrad über alles lieben, liegt der Gedanke nahe, Ihr Rennrad einfach mit einem Triathlonlenker aufzurüsten. Dass ein Lenker, der die Windangriffsfläche verringert, Erfolg verspricht, ist spätestens seit dem Sieg von Greg LeMond bei der Tour de France 1989 klar. Ausschlaggebend für seinen Erfolg war damals sicher auch die Tatsache, dass der US-Amerikaner beim Zeitfahren als Erster einen Triathlonlenker und einen Helm in Tropfenform verwendete. Der hornförmige Triathlonlenker führt Arme und Schulter zusammen, der Kopf sinkt nach unten und schon pfeift der Wind leichter darüber. Nebenbei können sich die Oberarme nach dem Schwimmen etwas entspannen, wenn die Handgelenke locker aufliegen und die Ellbogen einen rechten Winkel zur Schulter bilden. Ein Haken gibt es allerdings: Die Sitzposition ist auf dem Rennrad nicht an Triathlonbedürfnisse angepasst. Bei einem wettkampfoptimierten Triathlonrad ist der Winkel steiler, um die Oberschenkel zu entlasten. Und: Hat das Tri-bike eine elektronische Schaltung, fällt auch das Umgreifen auf dem Lenker weg.

Triathlonrad oder Zeitfahrrad?

Zeitfahrräder sehen fast wie Triathlonräder aus und sind für Höchstgeschwindigkeiten gebaut. Ein wichtiger Unterschied ist jedoch, dass Zeitfahrräder an die Richtlinien des Internationalen Radsportverbands (UCI) gebunden sind: Der Lenkeraufsatz ist maximal 75 Zentimeter vom Tretlager entfernt. Sattellänge, -position und -neigung sind genau vorgeschrieben. Der Rahmen muss mindestens 6,8 Kilogramm schwer sein – um nur ein paar Beispiele zu nennen.
Am Triathlonrad darf dagegen kreativer und noch passgenauer geschraubt werden. Für Wettkämpfe ohne Windschattenfreigabe hat die Deutsche Triathlon-Union Richtlinien herausgegeben, z. B. soll der Lenkeraufsatz vorne geschlossen sein. Die Bremshebel müssen nach hinten ragen, Vorder- und Hinterrad gleich groß sein. Zudem sind Windabweiser verboten. Aber nichts spricht gegen einen perfekt angepassten Rahmen!

Ein Tri-bike hat spezielle Rahmen für mehr Aerodynamik

Der Rahmen eines Triathlonrades ist so aerodynamisch wie möglich. Deshalb kommen futuristisch wirkendes Rahmendesign und spezielle Geometrien zum Einsatz. Übergroße Rohrformen lenken den Wind ohne Verwirbelungen am Rad vorbei. Das wird bei den Triathlonrad-Spezialisten im Windkanal getestet. Die Bremsen und Kabelanzüge sind bei teureren Tri-bikes auch verkleidet oder im Rahmen integriert. Manchmal ist auch das Trinksystem verbaut, z. B. im Rohr. Und auch die Felgen sind meist aerodynamisch optimiert.
Für die perfekte Sitzposition – Kniewinkel von rund 110 Grad in der 3-Uhr-Stellung – punktet das Triathlonrad mit kürzerem Oberrohr und steilerem Sitzrohr, um die hinteren Oberschenkelmuskeln fit für das anschließende Laufen zu halten.
Da jeder Sportler einen anderen Körperbau hat, sorgen erweiterte Einstellmöglichkeiten dafür, dass der Rahmen genau auf die besonderen Bedürfnisse beim Dreikampf abgestimmt ist. Triathletinnen finden bei vielen Herstellern nicht nur leichtere Tri-bikes, sondern auch dem weiblichen Oberkörper angepasste Oberrohre, die zu weites und damit anstrengendes Vorstrecken verhindert – schließlich kostet vergeudete Kraft nur Zeit und Erfolg!

Tri-bikes sinnvoll absichern

Das alles macht gute Tri-bikes alles andere als günstig. Ab rund 2.000 Euro ist ein Triathlonrad zu bekommen. Je hochwertiger die Materialien, je ausgefeilter die Technik und je mehr Entwicklungsarbeit in dem Fahrrad steckt, umso schneller steigen die Preise nach oben. Anspruchsvolle Triathleten müssen deshalb schnell mal mit 4.000 bis 6.000 Euro für ihr Sportgerät rechnen. Um solche Hightechgeräte bei einem Unfall des Transportmittels, bei Diebstahl oder andere Beschädigungen sinnvoll zu schützen, hat Zurich eine spezielle Triathlonrad-Versicherung entwickelt.
Der Versicherungsschutz gilt auf Wunsch weltweit, damit Ihrem Start beim Ironman auf Hawaii nichts im Wege steht.