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Änderungen an Gesetzen, Bestimmungen und Vorschriften.

Änderungen 2019 für Firmenkunden

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Das ändert sich 2019 für Firmenkunden

Auch in 2019 ändern sich wieder einige Gesetze, Bestimmungen und Vorschriften über die Sie Bescheid wissen sollten.

  • Midi-Jobs und Mindestlöhne

    Midi-Jobs

    • Zum 01.07.2019 ändert sich die Gleitzone für die Sozialversicherungsbeiträge. Midi-Jobber, die mehr als 450.- EUR und bis zu 1.300.- EUR (bisher 850.- EUR) im Monat verdienen, bezahlen reduzierte Beiträge. Trotzdem erwerben sie die vollen Rentenansprüche.
    • Arbeitgeber zahlen jedoch für ihre Midi-Jobber weiterhin die vollen Beiträge in allen Bereichen der Sozialversicherung.
    • Midi-Jobber sind vom Arbeitgeber bei allen Versicherungsträgern regulär anzumelden. Für die Rentenversicherung gilt: beide Arbeitsentgelte sind anzugeben, das erzielte und das beitragspflichtige.

    Mindestlöhne

    • Ab 01.01.2019 gilt als gesetzlicher Mindestlohn 9,19 EUR pro Stunde (bisher 8,84 EUR). Der gesetzliche Mindestlohn gilt grundsätzlich für alle Branchen.
    • Einige Berufs- bzw. Personengruppen haben keinen Anspruch auf den Mindestlohn:
      Auszubildende, ehrenamtlich Tätige, Jugendliche unter 18 Jahren ohne abgeschlossene Berufsausbildung, Langzeitarbeitslose in den ersten sechs Monaten der Beschäftigung, Praktikanten während eines verpflichtenden Praktikums, Praktikanten eines freiwilligen Praktikums bis drei Monate zur Orientierung für eine Berufsausbildung oder für die Aufnahme eines Studiums bzw. begleitend zu einer Berufs- oder Hochschulausbildung, Personen im Rahmen einer Einstellungsqualifizierung oder Berufsbildungsvorbereitung nach dem Berufsbildungsgesetz.
    • Zeitungszusteller haben nur Anspruch auf 85 % des Mindestlohns.

    Branchen-Mindestlöhne

    Neben dem gesetzlichen Mindestlohn gibt es Branchen-Mindestlöhne. In folgenden Branchen beträgt der Mindestlohn ab 01.01.2019:

    • Dachdeckerhandwerk 13,20 EUR
    • Elektrohandwerk (Montage) 11,40 EUR
    • Gebäudereinigung
      Innen- und Unterhaltsreinigung 10,56 EUR (West) 10,05 EUR (Ost)
    • Glas- und Fassadenreinigung 13,87 EUR (West) 12,83 EUR (Ost)
    • Leiharbeit/Zeitarbeit 9,49 EUR (West) 9,27 EUR (Ost)
    • Pflege 11,05 EUR (West) 10,55 EUR (Ost)
  • Was sich bei der Steuer ändert

    Steuervorteile für privat genutzte E-Dienstwagen

    • Bei privat genutzten E- oder Hybrid-Dienstwagen sind in 2019 nicht mehr ein Prozent des Listenpreises als geldwerter Vorteil zu versteuern, sondern nur noch 0,5 Prozent.
    • Diese Regelung gilt für Fahrzeuge, die zwischen dem 01.01.2019 und 31.12.2021 angeschafft oder geleast werden.
    • Die Fahrtenbuch-Methode ist nach wie vor möglich.

    Firmenfahrrad und Jobticket sind steuerfrei

    • Arbeitnehmer, die das Firmenfahrrad oder das Firmen-E-Bike privat nutzen, müssen ab 2019 den geldwerten Vorteil nicht mehr versteuern.
    • Das Jobticket ist ab Januar 2019 steuerfrei. Es fällt nicht mehr unter die 44-Euro-Sachbezugsgrenze, die Arbeitgeber ihren Beschäftigten steuerfrei gewähren können. Wichtig: Beim Jobticket muss es sich um einen echten Zuschuss beim Arbeitslohn handeln und nicht um eine Entgeltumwandlung.

    Neue Umsatzsteuer-Regeln für Gutscheine

    • Im Umsatzsteuerrecht wird bisher unterschieden zwischen Wert- und Warengutscheinen.
    • Ab 01.01.2019 fällt diese Unterscheidung weg. Es wird getrennt zwischen Einzweck- und Mehrzweck-Gutscheinen.
    • Stehen Ort der Leistung und die für den Umsatz geschuldete Steuer bereits fest, handelt es sich um einen Einzweck-Gutschein. Die Umsatzsteuer ist sofort zu bezahlen. Die spätere Einlösung des Gutscheins bleibt steuerfrei.
    • Bei allen anderen Gutscheinen handelt es sich um Mehrzweck-Gutscheine. Umsatzsteuer wird erst dann fällig, wenn der Gutschein einlöst wird.
    • Die Änderung gilt für alle Gutscheine, die nach dem 31.12.2018 ausgegeben werden.

    Gesundheitsförderung nur noch mit Zertifikat

    Ab dem Veranlagungszeitraum 2019 gilt: Leistungen des Arbeitgebers zur verhaltensbezogenen Prävention sind nur noch dann steuerfrei, wenn sie entsprechend zertifiziert wurden. Dies gilt für Arbeitgeberleistungen, um den Gesundheitszustand von Beschäftigten zu verbessern.

  • Neue Werte in der Sozialversicherung

    Ab 2019 gelten folgende Werte:

    Versicherungspflichtgrenzen in der Kranken- und Pflegeversicherung

    jährlich 60.750,00 EUR / monatlich 5.062,50 EUR

    Für Arbeitnehmer, die bereits am 31.12.2002 versicherungsfrei waren

    jährlich 54.450,00 EUR / monatlich 4.537,50 EUR

    Beitragsbemessungsgrenzen in der Kranken- und Pflegeversicherung

    jährlich 54.450,00 EUR / monatlich 4.537,50 EUR

    Beitragsbemessungsgrenzen in der Renten- und Arbeitslosenversicherung

    Alte Bundesländer: jährlich 80.400,00 EUR / monatlich 6.700,00 EUR

    Neue Bundesländer: jährlich 73.800,00 EUR / monatlich 6.150,00 EUR

    Beitragsbemessungsgrenzen in der knappschaftlichen Rentenversicherung

    Alte Bundesländer: jährlich 98.400,00 EUR / monatlich 8.200,00 EUR

    Neue Bundesländer: jährlich 91.200,00 EUR / monatlich 7.600,00 EUR

    Geringfügig Beschäftigte

    Bundeseinheitlich monatlich 450,00 EUR

    Geringverdienergrenze

    Bundeseinheitlich monatlich 325,00 EUR

    Midi-Job/Gleitzonenjob

    Bundeseinheitlich monatlich 450,01 EUR bis 1.300,00 EUR

    Beitragssätze Sozialversicherung

    Bundeseinheitlich

    Pflegeversicherung (außer Sachsen) 3,05 %

    (bisher 2,55 %, ist um 0,5 % gestiegen)

    Kinderlosenzuschlag 0,25 %

    Bundesland Sachsen 3,05 % (wie andere Bundesländer)

    Besonderheit: Arbeitgeberanteil 1,025 % / Arbeitnehmeranteil 2,025 %

    Kinderlosenzuschlag 0,25 %

    Rentenversicherung 18,6 %

    Arbeitslosenversicherung 2,5 %, (bisher 3,0 %, wurde um 0,5 % gesenkt)

    Gesetzliche Krankenversicherung allgem. Beitragssatz 14,6 % zuzügl. kassenspezifischer Zusatzbeitrag

    Ab 2019 teilen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer den Zusatzbeitrag je zur Hälfte (bisher zahlten Arbeitnehmer 100 %).

  • Änderungen im Arbeitsrecht

    Sachbezugswerte für freie Verpflegung, Unterkunft und Miete

    Verpflegung

    • Der Monatswert wird auf 251.- EUR angehoben. Für verbilligte oder unentgelt-liche Mahlzeiten sind anzusetzen: Frühstück 1,77 EUR, Mittag- oder Abend-essen 3,30 EUR.

    Unterkunft und Miete

    • Ab 01.01.2019 beträgt der Monatswert 231.- EUR, kalendertäglich 7,70 EUR.

    Brückenteilzeit

    Für Arbeitnehmer wird ab 01.01.2019 eine zeitlich befristete Teilzeit eingeführt. Die Brückenteilzeit sieht vor, die vereinbarte Arbeitszeit für die Dauer von einem Jahr bis fünf Jahre zu reduzieren. Anschließend muss der Arbeitgeber die Rück-kehr in die ursprünglich vereinbarte Arbeitszeit ermöglichen.

    Die Brückenteilzeit gilt für Unternehmen ab 45 Beschäftigte. Vorausgesetzt, die Mitarbeiterin/der Mitarbeiter ist mindestens ein halbes Jahr im Betrieb. Arbeitgeber mit 46 bis 200 Beschäftigten müssen nur einem von 15 Arbeitnehmern den Anspruch auf Brückenteilzeit gewähren.

    Lohnnachweise an die Berufsgenossenschaft oder Unfallkasse

    • Arbeitgeber können Lohnnachweise ab 2019 nur noch digital übermitteln.
    • Abgabefrist für das Meldejahr 2018 ist der 16.02.2019.

    Gesetz zur Kranken- und Pflegeversicherung

    Paritätische Finanzierung des Zusatzbeitrags

    Bisher hatten die Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung den kassen-individuellen Zusatzbeitrag alleine zu tragen. Ab dem 01.01.2019 wird der Zu-satzbeitrag zur Hälfte von den Arbeitgebern übernommen.

    Beitrag für die gesetzliche Pflegeversicherung steigt

    Der Beitragssatz steigt ab 2019 auf 3,05 % (Versicherte mit Kind/er). Für Kinderlose liegt der Beitragssatz bei 3,3 % (Zuschlag wie bisher 0,25 %). Der Arbeitgeber trägt die Hälfte des Beitrags, ausgenommen Kinderlosenzuschlag.

    Zuschuss-Pflicht zur betrieblichen Altersvorsorge

    • Ab 01.01.2019 haben Arbeitgeber eine Zuschuss-Pflicht, wenn sie durch die Entgeltumwandlung ihrer Beschäftigten Sozialversicherungsbeiträge einsparen.
    • Der Zuschuss liegt bei 15 % des Sparbeitrags, den die Arbeitnehmer durch die Umwandlung eines Teils ihres Einkommens einzahlen. Zum Beispiel in einen Pensionsfonds, eine Pensionskasse oder Direktversicherung.
    • Von dieser Regelung kann in Tarifverträgen abgewichen werden.
  • Was Sie sonst noch wissen sollten

    LKW-Maut steigt

    Ab 01.01.2019 steigt die LKW-Maut. Die Mautpflicht gilt für LKW ab 7,5 t zuläs-sigem Gesamtgewicht. Die Bundesanstalt für Straßenwesen veröffentlicht das amtliche mautpflichtige Streckennetz.

    Mehr Zuschüsse für Fortbildungskosten

    Betriebe sollen ab 2019 mehr Zuschüsse für Fortbildungskosten bekommen. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen mit dem Ziel, die Firmen und Arbeitnehmer besser auf den digitalen Wandel vorzubereiten. Einzelheiten erfahren Sie beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales.

    Abgaben und Umlagen für Strom- und Gaslieferungen

    • Die Umlage zur Förderung der erneuerbaren Energien (EEG-Umlage) sinkt in 2019 um 5,7 % auf 6,405 Cent pro Kilowattstunde.
    • Die Umlage nach dem Kraft-Wärme-Koppelungsgesetz (KWKG-Umlage) sinkt in 2019 um 19 % auf 0,280 Cent pro Kilowattstunde.
    • Die Strom NEV-Umlage nach § 19 sinkt auf 0,305 Cent pro Kilowattstunde.
    • Die Offshore-Netzumlage wird in 2019 zum ersten Mal erhoben. Sie beträgt 0,416 Cent pro Kilowattstunde für nichtprivilegierte Letztverbraucher und löst die bisherige Offshore-Haftungsumlage ab.
    • Umlage für abschaltbare Lasten: Diese Netzumlage wird bei ca. 0,005 Cent pro Kilowattstunde liegen.
    • Bilanzierungsumlage (Gas): Gaskunden haben in 2019 mit Mehrkosten zu rechnen.

    Energieintensive Unternehmen aus bestimmten Branchen sollten prüfen, ob sie Rabatte in Anspruch nehmen können.

  • Sicherheits- und Risiko-Check für ihr Unternehmen

    Sicherheits- und Risiko-Check für Ihr Unternehmen

    Vorausblickende Unternehmen beschäftigen sich regelmäßig mit möglichen betrieblichen Risiken. Welche Risiken sind zu akzeptieren, zu vermeiden oder zu versichern?

    Risiken akzeptieren

    Wenn die Wahrscheinlichkeit sehr gering ist, dass ein bestimmter Schadenfall eintritt, mögliche Auswirkungen tragbar oder aber die Kosten für Gegenmaßnahmen unverhältnismäßig hoch sind.

    Risiken vermeiden

    Risiken mit hohem Schadenspotenzial für die eine Wahrscheinlichkeit relativ hoch einzustufen ist und die sich existenzbedrohend auswirken können.

    Risiken versichern

    Viele Risiken muss man nicht akzeptieren. Und einige lassen sich nicht vermeiden. Prüfen Sie regelmäßig gemeinsam mit Ihrem Zurich Versicherungspartner, in welchem Umfang bestimmte Risiken abzusichern sind.

  • Qualifizierte Mitarbeiter/innen halten und gewinnen

    Qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter halten und gewinnen

    Zukunftsorientierte Unternehmen benötigen engagierte, qualifizierte und leistungsstarke Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. In Zeiten des Fachkräftemangels verschärft sich der Wettbewerb um gutes Personal.

    Bieten Sie Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit einer betrieblichen Altersvorsorge und betrieblichen Krankenversicherung einen entscheidenden Mehrwert. Positionieren Sie sich als innovativer, zukunftsorientierter und verantwortungsbewusster Arbeitgeber. Sprechen Sie mit Ihrem Zurich Versicherungspartner.

  • Ihre persönliche Altersvorsorge - so zahlt der Staat mit

    Ihre persönliche Altersvorsorge – so zahlt der Staat mit

    • Wer als Selbstständiger oder Unternehmer ohne Kapitalgesellschaft von Steuervorteilen profitieren will, hat eine interessante Möglichkeit: die Rürüp-Rente.
    • Was Sie Monat für Monat für Ihr Alter zurücklegen, wird vom Brutto-Einkommen abgezogen und ist im ersten Schritt steuerfrei.
    • Weitere Vorteile: Lebenslange Rentenzahlung, flexibler Rentenbeginn ab Vollendung des 62. Lebensjahres, steuerlich geförderte Berufsunfähigkeits-Absicherung möglich, niedrige Grundbeiträge, jährliche Zuzahlungen möglich.

    Sprechen Sie mit Ihrem Zurich Versicherungspartner.