Interview mit Eduard Thometzek zum Start der Zurich Klimainitiative
Die Zurich Gruppe hat eine weltweite Klimainitiative gestartet, die durch globale Aktivitäten Zeichen für unternehmerisches und gesellschaftliches Verantwortungsbewusstsein setzt.
Im Gespräch schildern Vorstandsvorsitzender Eduard Thometzek und Axel Schmitz, Vorstand des Ressorts Operations, die Inhalte und Ziele der Klimainitiative in Deutschland und die internationale Vernetzung im Unternehmen.
Eduard Thometzek
Warum engagiert sich Zurich für Klima und Umwelt?
Thometzek: Klimawandel, CO2-Ausstoß und Erderwärmung sind zurzeit viel diskutierte Themen in Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Die weltweiten Hurrikan- und Überschwemmungskatastrophen der vergangenen zwei Jahre haben uns eines deutlich vor Augen geführt: Es ist höchste Zeit, wirksame Maßnahmen zu ergreifen, um kommenden Generationen eine "lebenswerte" Welt zu hinterlassen. In diesem Zusammenhang ist die Versicherungsbranche gefordert, geeignete Lösungen vorzulegen, um die Menschen nicht nur vor den Folgen der Naturkatastrophen zu schützen, sondern auch in geeigneter Weise mit den Risiken aus den Klimaveränderungen umzugehen.
Vor diesem Hintergrund besitzt die nun gestartete Klimainitiative der Zurich Gruppe ein hohes Maß an wirtschaftlicher und gesellschaftspolitischer Bedeutung.
Wie setzt Zurich das auf Konzernebene um?
Thometzek: Als weltweit operierendes Unternehmen besitzen wir eine ganz besondere Verantwortung für unsere Kunden und für unsere Umwelt. Die von Zurich Financial Services gegründete Klimainitiative ist daher global ausgerichtet. Sie betreibt zum einen die Entwicklung von klimabezogenen Produkten und Dienstleistungen sowie zum anderen strategische und operative Forschung und Beratung in Klimafragen.
Axel Schmitz
Wie geht die Zurich Gruppe Deutschland mit der eigenen Verantwortung gegenüber unserer Umwelt um?
Schmitz: Der betriebliche Umweltschutz ist einer der Schwerpunkte unserer Klimainitiative. Die Zurich Service GmbH hat daher ein Umweltmanagementsystem entwickelt, deren Verfahren und Maßnahmen die Umweltbelastungen verringern, verhüten oder beseitigen. Daraus ist die Zurich Umweltpolitik entstanden, in der wir uns zu einem verantwortungsbewussten Umwelt- und Ressourcenmanagement unter Einbeziehung der Mitarbeiter verpflichten.
Wie sieht das in der Praxis aus?
Schmitz: Wir beteiligen uns an einer Reihe von engagierten Umwelt-Projekten, unter anderem an "Ökoprofit Bonn 2007". Gemeinsam mit 17 anderen teilnehmenden Firmen erarbeiten wir Methoden, um unsere eigenen CO2-Emissionen zu reduzieren und Umweltschutzgesetze einzuhalten. Zu unseren erfolgreichen Maßnahmen zählt außerdem der Aufbau des Zurich Kunden Center (ZKC) in Frankfurt zum ersten vollständig umweltfreundlichen Standort der Zurich Gruppe Deutschland. Bei der Einrichtung wurde großer Wert auf umweltfreundliche Materialien gelegt. Reinigungsmittel, Bodenbeläge, Farben und Möbel wurden auf Umweltverträglichkeit getestet; Abfalltrennung und Energienutzung wird besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Auch die Mitarbeiter des Zurich Kunden Center werden aktiv in den betrieblichen Umweltschutz einbezogen.
Welchen Nutzen zieht die Zurich Gruppe Deutschland aus der Klimainitiative?
Thometzek: Unsere künftigen Schwerpunkte liegen vor allem in den Bereichen Produktentwicklung und Risk Management. Unsere Risikospezialisten in allen Ländern unseres Unternehmens erstellen und entwickeln detaillierte Klimabeobachtungen und –analysen, aus denen sie Risikoszenarien für unsere Kunden – vor allem im Firmen- und Industriekundenbereich – ableiten. Unsere Underwriter wiederum nutzen dies als Grundlage für entsprechende Versicherungslösungen. Darüber hinaus schulen und informieren wir unsere Kunden, Makler und Finanzberater über die Umweltgefährdungspotenziale in Geschäftsbetrieben und beraten sie zu Umweltmanagementprodukten und -Dienstleistungen.
Gibt es Beispiele für klimabezogene Produkte?
Thometzek: Wir haben Anfang dieses Jahres unsere neue Umweltschadensversicherung eingeführt. Damit erfüllen wir zunächst zwar nur eine gesetzliche Vorgabe, doch schaffen wir damit im Produktbereich einen ersten ökologischen Ansatz. Auch im Leben-Bereich denken wir über ökologischen Ansatz nach, wobei wir jedoch die Renditeaspekte im Auge behalten müssen. Hier liegt für uns die größte Herausforderung, ökologische und wirtschaftliche Interessen in einem Produkt zu vereinen. Ich persönlich halte solche Produktneuerung jedoch für eine hervorragende Chance, Know-how in umweltbedingten Risiken aufzubauen.