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Zurich Gruppe Deutschland – Zeckengefahr. Alles Wissenswerte über Zecken, die Folgen eines Zeckenbisses und wie Sie sich schützen können.

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Zeckengefahr

Wer sich viel im Freien aufhält, ist unweigerlich der Gefahr von Zecken ausgesetzt. Hier haben wir für Sie ein paar nützliche Hinweise und Tipps zusammengestellt, damit Sie sich so gut wie möglich schützen können.

Zecken und ihr Lebensraum

Zecken sind Parasiten und ernähren sich vom Blut ihres Wirtes. Sind sie mit Krankheitserregern infiziert, können sie zu einer ernstzunehmenden Gefahr für den Menschen werden.

Ihr Lebensraum befindet sich vorzugsweise an Waldrändern, Lichtungen oder Bächen. Zecken bewegen sich am Boden, im hohen Gras oder im Gebüsch. Da sie Feuchtigkeit und Wärme bevorzugen, ist die Gefahr nach Regentagen im Sommer besonders groß. Da die kleinen Tierchen keine langen Strecken zurücklegen können, bewegen sie sich hauptsächlich mit Hilfe ihrer Wirte, z. B. Vögel, fort.
» Zeckenaktivität in Deutschland

Die häufigsten Irrtümer über Zecken

Zecken halten sich auf Bäumen auf.

Zecken fallen nicht von Bäumen herunter, sondern sitzen im Gebüsch oder Gras. Dort warten sie auf vorbeikommende Wirte und lassen sich im Vorbeigehen abstreifen.

Frühsommer-Meningoenzephalitits kommt nur im Frühsommer vor.

Zecken, die FSME übertragen, sind ab 7 Grad Celsius aktiv – können also durchaus auch im Herbst oder Winter zustechen und die Menschen infizieren. Der Name der Krankheit rührt daher, dass sie um diese Zeit im Jahre 1931 erstmals beschrieben wurde.

Die richtige Kleidung bietet sicheren Schutz vor Zecken.

Geschlossene Schuhe und lange Hosen können beim Aufenthalt im Freien schon sehr hilfreich sein – ein absolut sicherer Schutz ist dies allerdings auch nicht. Zecken können sehr lange herumkrabbeln, bis sie eine geeignete Stelle zum Zubeißen gefunden haben.

Wenn die Zecke schnell entfernt wird, kann nichts passieren.

Das ist nicht ganz richtig. Wenn eine Zecke mit dem FSME-Virus infiziert ist, wird dieser direkt nach dem Biss ins Blut des Wirtes übertragen. Bei Borreliose werden die Bakterien vermutlich erst nach längerem Saugen übertragen. Wichtig ist auch die Technik der Zeckenentfernung, damit die Zecke nicht gequetscht wird und dadurch im "Todeskampf" Viren und Bakterien ins Blut abgeben kann.

Durch Zecken verursachte Krankheiten

Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)

FSME wird durch einen Virus ausgelöst, der durch den Biss von infizierten Zecken auf den Menschen übertragen wird. Die Krankheit greift das zentrale Nervensystem an und kann zu Hirnhautentzündung und Gehirnentzündung führen. Dann sind Bewusstseinsstörungen und Lähmungserscheinungen die Folge, die auch dauerhafte Schädigungen nach sich ziehen. Eine Behandlung der Krankheit ist nicht möglich, daher ist es umso wichtiger, sich impfen zu lassen.

Borreliose

Borreliose wird durch ein Bakterium ausgelöst, welches im Darm der Zecke lebt. Deshalb findet eine Infektion auch meistens erst ein paar Stunden nach dem Biss statt. Also gilt es, eine festgesaugte Zecke so schnell wie möglich zu entfernen. Gegen Borreliose gibt es keine Impfung. Das häufigste Symptom ist die sogenannte "Wanderröte", die einige Tage bis Wochen nach dem Stich rund um die Einstichstelle beobachtet werden kann.

Auch Borreliose kann zu Hirnhautentzündung und Herzproblemen führen, weswegen es wichtig ist, so früh wie möglich einen Arzt aufzusuchen. Dann kann die Krankheit relativ gut mit Antibiotika behandelt werden. Bei einer verzögerten Behandlung können Spätfolgen wie Gelenkentzündungen und Lähmungserscheinungen auftreten.

Weitere Krankheiten durch Zeckenbisse

  • Babesiose tritt häufiger bei Tieren als bei Menschen auf und ähnelt dem Krankheitsbild der Malaria. Man nennt sie auch Hundemalaria.
  • Ehrlichiose wird durch Bakterien verursacht und verläuft meist symptomlos, sofern keine Zusatzinfektionen auftreten.
  • Das sogenannte Fleckfieber äußert sich mit Juckreiz, Fieber und Kopf- und Gliederschmerzen, ist aber im Allgemeinen gut zu behandeln.
  • Krim-Kongo-Fieber wird durch einen Virus ausgelöst, den sich Zecken bei infizierten Tieren holen und an den Menschen weitergeben. Diese, teilweise tödlich verlaufende Krankheit kommt vor allem in Südosteuropa, Afrika und Asien vor.

Vorsichtsmaßnahmen gegen Zecken

Sollten Sie sich in hohem Gras, Wäldern oder an Bächen aufhalten, gilt es einige Vorsichtsmaßnahmen zu beachten:

  • Tragen Sie möglichst lange Kleidung und geschlossene Schuhe.
  • Auf heller Kleidung kann man Zecken besser erkennen, und sie entfernen, bevor sie zubeißen.
  • Insektenabweisende Mittel helfen zwar eine Zeit lang, sind aber kein vollständiger Schutz gegen die kleinen Blutsauger.
  • Nachdem Sie sich im Freien aufgehalten haben, suchen Sie gründlich den ganzen Körper und auch Ihre Kleidung nach Zecken ab.
  • Gegen FSME gibt es kein Heilmittel, eine Impfung ist unbedingt zu empfehlen. Wenn Sie in einem FSME-Risikogebiet wohnen, werden die Kosten für diese Impfung von der Krankenkasse übernommen.
  • Auch Hunde können durch Zeckenbisse mit gefährlichen Krankheiten infiziert werden. Anders als beim Menschen gibt es für Tiere keine Impfung gegen FSME, dafür aber gegen Borreliose. Zusätzlich können Sie Ihr Tier durch zeckenabweisende Mittel schützen.
    » Zeckenaktivität in Deutschland

Das Entfernen von Zecken

Haben Sie sich doch einmal eine Zecke eingefangen, sollten Sie diese so schnell wie möglich entfernen. Versuchen Sie, die Zecke nicht zu zerquetschen, da sie im "Todeskampf" erst Recht Krankheitserreger in die Wunde abgibt. Fassen Sie das Tier vorsichtig mit einer Pinzette oder Zeckenzange und drehen Sie es aus der Haut heraus. Anschließend desinfizieren Sie die Wunde gründlich.

Häufig gestellte Fragen

Wo halten sich Zecken auf?

Die kleinen Parasiten leben vorzugsweise an Waldrändern, Lichtungen oder Bächen. Zecken, die den FSME-Virus übertragen, kommen hauptsächlich in Süddeutschland vor.

In welcher Jahreszeit gilt besondere Vorsicht vor Zecken?

Sobald das Thermometer 7 Grad Celsius anzeigt, beginnen Zecken aktiv zu werden. Das heißt, dass die Gefahr hauptsächlich von Frühling bis Herbst besteht. In einem milden Winter können die kleinen Blutsauger aber durchaus schon ab Januar gefährlich werden.

Muss ich mich auch in anderen Ländern vor Zecken schützen?

Prinzipiell gibt es in fast jedem Land Zecken, die gefährliche Krankheitserreger übertragen können. Die Gefahr einer FSME-Infektion besteht – außer in Deutschland – vor allem in osteuropäischen Ländern.

Warum verursacht ein Zeckenbiss keine Schmerzen?

Die Zecke betäubt beim Biss die Wunde mit ihrem Speichel. Dieser hat eine narkotisierende Wirkung, sodass keine Schmerzen entstehen.

Wie macht sich die Infektion durch einen Zeckenbiss bemerkbar?

Bei Borreliose entsteht häufig eine ringförmige Hautrötung um die Einstichstelle (Wanderröte). Ansonsten treten häufig grippeähnliche Symptome wie Fieber, Müdigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen auf.

Wann muss ich nach einem Zeckenstich den Arzt konsultieren?

Wenn Sie die oben beschriebenen Symptome bemerken, sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen. Die Anzeichen für eine Erkrankung können übrigens auch erst nach mehr als drei Wochen auftreten.